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Preuẞisch Oldendorf (erinnnern.app)

Zwangsarbeiterlager

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Zwangsarbeiterlager

Inhaltsverzeichnis

      Historie
      Galerie
Feuerwehrwache auf dem Gelände des Lufttanklagers - 5

Preußisch Oldendorf erinnert:

Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft während des Zweiten Weltkriegs

Im Jahr 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus, der bis 1945 andauerte. Der Krieg begann mit dem deutschen Überfall auf Polen. Die deutsche Wehrmacht zog zahlreiche Männer zum Militärdienst ein. Dadurch fehlten in Industrie, Handwerk und der Landwirtschaft männliche Arbeiter. Außerdem forderte die Kriegswirtschaft viele weitere Arbeitskräfte. Deshalb wurden zahlreiche Menschen gewaltsam nach Deutschland gebracht, um Zwangsarbeit zu verrichten. Zudem inhaftierte man Soldaten anderer Mächte, sogenannte Kriegsgefangene, die ebenfalls mithelfen mussten.

Das Lufttanklager in Preußisch Oldendorf

Auch in der Stadt Preußisch Oldendorf wurden Vorkehrungen zur Kriegswirtschaft getroffen. So begann man 1939 mit den Planungen zur Errichtung eines Lufttanklagers zur Lagerung von Dieselöl, normalem Benzin, Treibstoffen für den Flugbetrieb und Nebelsäure (ein Kampfstoff mit Nebelwirkung). Neben dem Tanklager wurden Bahntrassen zum Transport der Kraftstoffe angelegt. Außerdem baute man ein neues Hafenbecken in Getmold mit einer Abfüllanlage für Treibstoffe. Vom Hafen aus führte eine unterirdische Leitung zum Lufttanklager. Soldaten der Wehrmacht organisierten den Betrieb des Tanklagers.

Katastrophale Zustände in den Kriegsgefangenenlagern

Beim Bau des Lufttanklagers waren vor allem russische Kriegsgefangene und polnische Zwangsarbeiter tätig. Insgesamt sollen es bis zu 750 Personen gewesen sein. Untergebracht waren sie in Baracken an der heutigen Straße Langenhegge. Dort herrschten katastrophale und miserable hygienische Zustände. Allein im Dezember 1941 starben neun russische Kriegsgefangene an Unterernährung und mangelhafter medizinischer Versorgung. Ihre Leichname wurden auf dem jüdischen Friedhof bestattet, wo sich insgesamt 13 Gräber russischer Kriegsgefangener befanden. Später wurden die Toten nach Stukenbrock umgebettet, wo nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Gedenkstätte für russische Kriegsgefangene entstand.

Lager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter

Kriegsgefangenenlager und Lager für Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter existierten nicht nur in der Nähe des Lufttanklagers, sondern auch andernorts im Stadtgebiet. Alles in allem gab es in ganz Preußisch Oldendorf fünf solcher Einrichtungen. Betroffen waren nicht ausschließlich russische oder polnische Personen. Die Nationalsozialisten verschleppten auch Menschen aus Westeuropa ins Deutsche Reich.

Feuerwehrwache auf dem Gelände des Lufttanklagers - 5

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